Anselm Kiefer für Velimir Khlebnikov

Vom 30. Mai bis zum 03. September 2017 findet im Hermitage Museum in Sankt-Petersburg die erste Soloausstellung des berühmten modernen Künstlers Anselm Kiefer statt.

Die Ausstellung befindet sich in der Nikolas Hall im Winterpalast und wurde von dem Staatlichen Hermitage Museum und von der Galerie Thaddaeus Ropac, London/Paris/Salzburg organisiert. Anselm Kiefer hat diese Ausstellung dem russischen Dichter Velimir Khlebnikov gewidmet.

Anselm Kiefer ist ein Künstler, der zu einer tiefen und vielseitigen intellektuellen Reflexion neigt. In seinem Werk wendet er sich Themen der Geschichte, der Religion, der Literatur und der Philosophie. Seine Inspirationsquelle ist die Weltkultur in den größten Querschnitten: deutsche Geschichte, religiöse Mystik, antike Lyrik, mesopotamische Mythen.

Anselm Kiefer ist 1945 in Donaueschingen (Deutschland) geboren, 2 Monate vor dem Ende des zweiten Weltkrieges. Bei der Erforschung der Themen Schuld und Schmerz und ihres Verschweigens, das seine Generation gelähmt hat, haben Anselm Kiefer, ebenso wie Georg Baselitz und Gerhard Richter, wurde er einer der ersten Künstlern, die in ihren Werken mutig die Themen des Nazismus und des Holocausts aufgriffen. 1980 war Anselm Kiefer unter den Künstlern, die Deutschland bei der Biennale in Venedig repräsentiert haben. Seine  späteren Ausstellungen fanden in der Kunsthalle Düsseldorf, im Museum der modernen Kunst in New York, im Guggenheim Museum in Bilbao, in der Royal Academy of Arts in London sowie im Grand Palais und im Centrum Pompidou in Paris statt. Anselm Kiefer ist der einzige moderne Künstler, dessen Werke sich in der ständigen Sammlung des Louvre befinden.

Laut dem deutschen Philosophen Peter Sloterdijk: „In der Kiefers Kunst gibt es eine spezifische Räumlichkeit, die genau so weit entfernt ist vom Schrecklichen wie vom Dekorativen,“ – zwei Konstanten der modernen Kunst. Seine Gemälde – großangelegte, mehrschichtige und dreidimensionale Arbeiten – bezeichnen die Wiederbelebung der Genren der historischen Malerei mit ihren Schlüsselfragen der Erinnerung und des kulturellen Mythos. In der kühnen Art und Weise eines van Goghs bringt er die Farben die Leinwände. Sie werden mit Staub, Erde, Ton, geröstetem Metall, Stroh und getrockneten Blumen vermischt. Im Jahr 1985 kaufte der Künstler das verfallene Dach des Kölner Doms. Die Bleibleche sind Seiten von zahlreichen Büchern geworden, die Kiefers Ikonographie bestimmten. Um Kiefers Werke zu erkunden, benötigt man eine Bereitschaft zum Nachdenken, ein Gefühl für das Mystische, um eintauchen zu können in den Strudel seiner feinsinnigsten künstlerischen Visualisierungen der intellektuellen Bezüge der jeweiligen Thematik.

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Video Vorbereitung zur Ausstellung

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